10 Dinge die ich über breifrei / BLW / Baby-Led-Weaning gelernt habe

  1. Würgen gehört dazu – aber hab keine Angst dass sich das Baby verschluckt.

Das Baby verschluckt sich und würgt, verschluckt sich und würgt, verschluckt sich und würgt, aber es passiert nichts, denn zum einen sitzt das Baby immer aufrecht und nie alleine am Tisch. So ist auch immer jemand daneben, der dem Baby auf den Rücken klopfen kann und zum anderen  lernte zumindest unser Baby innerhalb weniger Tage sich nicht mehr zu verschlucken, sondern Teile die es nicht schlucken kann gleich mit der Zunge aus dem Mund zu befördern. Viele meiner Freundinnen haben davor Angst, dass die Kinder sich verschlucken und bleiben deswegen lieber bei Brei, aber das ist unnötig. Bei Babys setzt der Würgreflex viel weiter vorne im Rachen an, als bei Erwachsenen und das ist ein wirksamer Schutz vor dem verschlucken. BLW Beginner sollten Erbsen und Rosinen und ähnlich kleines Essen erstmal weglassen und z.B. Weintrauben halbieren um die grösseren Gefahrenquellen zu vermindern, aber alles andere funktioniert (zumindest bei uns) super.

2. Es wird matschig und nach dem essen gehört putzen (und duschen) dazu.

Halte es aus, dass das Baby alles vollmatscht, Essen auf den Boden befördert, es genüsslich matscht, quetscht und mit den Fingern knetet um es dann in die Haare und auf den Tisch zu schmieren. Ich weiss jetzt warum Babies meist so dünne Haare haben – da lässt sich das Essen besser auswaschen 😉

Abhängig von deinem Baby wird es sich sehr schnell von Dir abkucken, wie man ordentlich isst und Dein Verhalten nachahmen. Wir praktizieren BLW nun seit rund 2,5 Monaten und das Gematsche ist auffallend weniger geworden. (Zugegebenermassen war das bei Sohn Nummer drei nicht so – der matscht heute mit 2,5 noch mit Essen und schmeisst bei jeder Mahlzeit Essen ins Getränk…)

3. Breifrei ernähren heisst kreativ kochen

Breifrei ist für mich aufwendiger als Brei, denn die meisten Sachen die ich koche lassen sich nicht in kleinen Tupperdosen einfrieren und über Tage/Wochen hinweg immer mal wieder auftauen, stattdessen muss man meist täglich frisch kochen. Aber man lernt damit umzugehen und eine Routine zu entwickeln die einem dabei hilft auch mal ein schnelles Essen auf den Tisch zu zaubern.

4. Mach schnell sauber

Wische das Essen sofort vom Boden und vom Stuhl auf/ab, oder es wird so hart, dass es nur noch unter Einsatz von Spezialmitteln zu entfernen ist.Ich denke es ist mit Brei nicht anders. Babies sind nunmal keine Erwachsenen und wer restaurantreifes Essverhalten erwartet, kommt sicher vom Mars.

5. Schütze den Bereich unter dem Hochstuhl

Ein billiges Wachstuch kann das Leben enorm vereinfachen. Wir haben ein 1,5x1m großes Wachstuch unterm Babystuhl liegen, das kann man ausschütteln und abwischen und muss nicht immer über den Boden kriechen. Unseres ist auch noch super bunt gemustert, so dass man nicht jeden Krümel sieht.

6. Das Baby muss lernen dass Essen sättigt.

Ehe sich das Baby satt isst, vergehen Wochen. Essen ist am Anfang nichts anderes als alles andere in Babies Welt. Das Baby lernt nunmal erst mit 8-9 Monaten Dinge zu kategorisieren. (Siehe auch beim gewünschtesten-Wunschkind). Und es merkt nicht sofort, dass Essen seinen Hunger stillt. Das ist ein Lernprozess. Entsprechend kann man nicht erwarten, dass man – wie vielleicht beim Brei – innerhalb weniger Wochen mehrere Mahlzeiten ersetzt. Wie gesagt, wir praktizieren BLW seit 2,5 Monaten und haben noch immer keine Mahlzeit komplett ersetzt. Aber ich merke, wie sich unser Babymädchen zunehmend mehr Essen nimmt und weniger Milch braucht.

7. Ich koche oft für das Baby und die Familie isst mit – nicht andersrum

Anfangs ist es schwer für die Familie zu kochen und das Baby isst mit. Bei uns ist/war es im Normalfall eher anders herum. Zum einen bin ich Mittags mit dem Babymädchen alleine, da koche ich also nur für uns und richte mich gerne nach ihr, zum anderen kochen wir sehr gerne und sehr viel asiatisch und indisch – da wird gut gewürzt und es ist nicht selten scharf. Allerdings kochen wir schon immer eher am Abend und dann bekommt das Baby halt Obst oder einen Smoothie oder ein Brot, warmes Mittagessen hatte sie ja schon bekommen.

8. Nicht alles was Du kochst wird auch gegessen

Auch das liebevoll zubereitete Essen landet nicht selten zu grossen Teilen in der Tonne. Es gibt Allesesser (Sohn Nummer drei fällt in diese Kategorie), Supermäkler (Sohn Nummer 2 Fällt in diese Kategorie) und den vorsichtigen Koster (unser Babymädchen fällt in diese Kategorie). Sie traut sich nicht oder nur zögerlich an neues Essen heran, anfangs verschmähte sie fast alles. Aber zunehmend sehe ich, dass sie offener und probierfreudiger wird – sicherlich auch einer der positiven Nebeneffekte von BLW.

9. Breifrei heisst nicht Gemüsesticks dünsten

BLW heisst nicht nur Gemüse zu dünsten. Das dachte ich selbst noch vor rund 2 Jahren, aber es ist nicht der Fall. Es gibt sooooo unglaublich viel Auswahl und Optionen, dass selbst ich wieder ganz viel neues probiere.

10. Breifrei macht den Kopf frei

Breifrei ist eine ganz grossartige Methode das Kind ans Essen heranzuführen. Es ist zwar nicht restauranttauglich und auch Oma kriegt eine Krise wenn sie das Baby essen sieht, aber dass unser Babymädchen selbstbestimmt entscheiden kann, was und wieviel sie isst, gibt mir ein unglaublich gutes Gefühl und ich sehe bei Sohn Nummer drei, dass man auch langfristig merkt, was für einen gesunden Umgang das Kind zum Thema essen hat.

Ausserdem denke ich nicht darüber nach, ob das Baby jetzt 190g Brei gegessen hat oder nicht. Es gibt keine Mengen, die es essen muss, ich mache mir keine Gedanken ob das Babymädchen satt ist. Ich vertraue ihr, dass sie das alleine entscheidet. Das reduziert den Stress beim Thema essen enorm! Während ich beim ersten Sohn noch Reste gewogen und Tabellen gelesen habe um zu sehen ob er genug isst, bin ich jetzt einfach entspannt und das Babymädchen wächst trotzdem prächtig.

Was sind eure Erfahrungen?

Comments are closed.