6 Tipps für Baby Led Weaning Anfänger

Der Beikoststart – was für ein Meilenstein. Das Baby bekommt das erste mal „feste“ Nahrung. Der Rhythmus dafür ist fest vorgegeben. Ein paar Tage Möhre, dann Kartoffel dazu, dann Fleisch und wenn dann eine Mahlzeit ersetzt ist, gehts mit der nächsten Mahlzeit weiter. Relativ schnell ist man dann dabei dem Kind 3-4 feste Mahlzeiten am Tag zu geben. Bei meinen beiden grossen haben wir genau diesen Plan verfolgt. Sohn eins machte brav sein Mündchen auf und aß alles was auf dem Löffel lag und ist bis heute ein Kind das eigentlich selten mäkelt. Sohn zwei bekam bereits beim ersten Löffel einen Würganfall und fand nicht nur in den kommenden Wochen sondern leider auch Jahren so ziemlich alles eklig was man ihm servierte. Aber den Beikostplan habe ich durchgezogen – ich wusste es ja nicht besser, damals vor 12 Jahren.

Sohn 3 war aufgeschlossen. Brei war ok, aber auch unser Essen war spannend und so aß er, was es gab. Eine Mischung aus Brei und Fingerfood war das Ergebnis und mit 10 Monaten wurde bei uns nichts mehr püriert.

Dann kam unser Babymädchen und alles war anders. Brei? Nein Danke! Das Baby liess sich partout nicht vom Löffel füttern. Ich habe es nicht verstanden, denn ich kannte das nicht. Den ganzen Tag stillen wollte ich nicht mehr, mein innerer Druck wurde zunehmend grösser. Ich wollte dass dieses Baby anfängt zu essen. Ich wollte langsam unabhängiger werden. Also kochte ich. Und kochte, schmiss weg und kochte. Bis ich wirklich verzweifelt war und mir sicher war, dass ich dieses Baby mein Leben lang stillen werde.

Heute – 3 Monate später könnt ihr ja schon an meinem Blog erkennen, dass sich das so nicht bewahrheitet hat – nein, das Babymädchen isst. Heute gibt es ein paar Tipps von mir für euren Breifrei Start. Ich bin keine Ärztin, keine Ernährungsberaterin sondern einfach nur Mutter. Was ihr hier lest, sind die Dinge die ich durch ausprobieren und beobachten gelernt habe – es ist keine „Beratung“.

Was gebe ich als erstes?

Für mich heisst Breifrei nicht, dass das baby von Anfang an am Familientisch mitisst, auch wenn das die gängige Definition ist. Wir essen viel asiatisch, scharf, mit Sojasaucen und Reis. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, ein 7-8 Monate altes Baby da von Anfang an mitessen zu lassen. Aber wir hätten auch unseren Kochstil nicht umgestellt, damit das Baby mitessen kann.

Begonnen haben wir mit den Klassikern. selbstgemachte Dinkelstangen (mochte sie nicht), Gurke (mochte sie nicht), gedämpfte Möhre (mochte sie nicht)

Dann fing ich an speziell für das Baby zu kochen Ich bin mittags eh mit ihr alleine, alle anderen sind in Kita, Schule und Büro. Wir essen also zu zweit, da kann ich mich gerne nach ihr richten. Es gab Gemüsewaffeln, Gnocchi, Früchteriegel und viele andere Dinge die ich für sie und mit ihr ausprobierte. Nicht alles war ein Erfolg, aber alles was ihr schmeckte, findet ihr in meinem Blog.

Darf mein Baby alles essen?

Ich habe keine grossen Berührungsängste und höre auf meinen Bauch. Lebensmittel die mir vertraut sind, koche ich. Modelebensmittel wie Quinoa und Chia gibt es bei uns (zwischenzeitlich ab und an auch für das Baby), aber am Anfang habe ich altbewährtes in babyfreundliche Form gepackt. Ich habe mein Baby einfach immer bewusst beobachtet um rauszufinden, ob ihr bestimmte Lebensmittel bekommen oder auch nicht. Aber anders als bei Sohn Nummer drei, kann sie scheinbar alles essen.

Ich kann auch Dir nur empfehlen, Dein Baby bewusst zu beobachten und darauf zu achten, ob alles gut läuft. Sohn Nummer drei beispielsweise bekam mit 7 Monaten einen kleinen Ausschlag im Gesicht. Weder die Kinderärztin noch wir brachten das mit einer Nahrungsmittelunvertäglichkeit in Verbindung. Heute bin ich schlauer. Also schaut das Baby an. Weint es nach dem essen oder quält sich, bekommt es Ausschlag oder wird es wund, dann lasst die Lebensmittel weg und probiert es einige Wochen später nochmal

Lebensmittel bei denen ich nicht sicher bin lasse ich weg oder – bereite sie wenn möglich selber zu. Pizzateig, Früchteriegel, oder auch Laugengebäck. Wenn ich weiss wie die Sachen gemacht werden, verstehe ich auch was drin ist und dann kann ich entscheiden ob ich das meinem Baby geben möchte oder nicht.

Muss ich extra kochen?

Das kommt auf euren Lebensstil an. Sind Pommes, Pizza und Tiefkühlkost eure Hauptnahrungsmittel, dann sicherlich nicht. Das Baby sollte schon gesund und möglichst mit frischer ausgewogener Kost ernährt werden. Zucker, Salz und unnötige Fette haben auf Babies Teller nichts zu suchen und auch einseitig täglich Nudeln kochen ist sicherlich nicht optimal (es sei denn ihr kocht die Tomatensauce selbst, dann kann das Kind sicher auch das täglich essen 😉

Mein Arzt / Schwiegermutter / Freund sagt, das Kind muss mit Brei ernährt werden.

Ja, das habe ich schon gehört, oftmals sind das sehr alteingesessene Ärzte oder traditionelle Mütter und Schwiegermütter die noch von der alten Schule stammen. Wenn ich mir meine kerngesunden jüngsten Kinder anschaue so kann ich in keiner Weise feststellen, dass es ihnen in irgendeiner Weise geschadet hat nicht mit Möhre-Kartoffel-Fleischbrei gefüttert worden zu sein.

Wenn euer Baby glücklich und gesund ist und euer Bauch sagt, dass ihr das richtig tut, dann lasst euch nicht beirren. Spätestens wenn das Baby 12 Monate ist, erwartet eh keiner mehr, dass es nur Brei isst – ihr müsst also nur diese 4-5 Monate überstehen in denen ihr Mantraartig wiederholt, dass ihr den richtigen Weg gewählt habt 😉

Mein Baby isst kaum etwas. Was soll ich tun?

Es heisst „Food under one is just for fun“. Wenn ich mit meinen grossen Kindern eins gelernt habe, ist das, dass Essgewohnheiten keinen allzugrossen Platz im Alltag einnehmen sollten, Viel zu schnell wird alles verkrampft und Essen wird zur Pflicht statt zum Genuss, Das Baby weiss was es braucht. Es muss lernen, dass es satt wird, wenn es sich selber füttert. Das dauert. Der Dank dafür ist ein Baby dass dem Essen gegenüber aufgeschlossen ist und gerne isst. Ist das nicht eine tolle Investition in die Zukunft?

Das Baby matscht mit dem Essen, wirft es auf den Boden und es landet kaum was im Mund. Was soll ich tun.

Warum lernt das Baby laufen? Weil Du es ihm vormachst. Warum lernt das Baby sprechen? Weil du mit ihm redest. Warum lernt das Baby mit Besteck zu essen? Weil du es ihm vormachst. Stehe einfach diese erste Zeit durch (und lies zur Beruhigung meine 10 Tips) und sei Deinem Baby ein Vorbild. dann lernt es am schnellsten, wie man richtig isst. PS: Wenn ich mir meine Freundinnen mit breiessenden Babies anschauen, finde ich deren Essverhalten im übrigen nicht zwangsläufig restauranttauglicher!

Und nun guten Appetit!

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