Breifrei-Tief

Dass sich unser kleines Babymädchen so souverän entscheidet jegliche fremdbestimmte Nahrungsaufnahme zu verweigern, beeindruckt mich sehr. Sie ist noch so klein, aber sie zeigt mir mal wieder, was so ein kleiner Mensch schon begreifen und mitentscheiden kann. Und eigentlich ist es genau das, was ich meinen Kindern versuche beizubringen – nur wer sagt was er möchte, kommt im Leben voran.

Aber es gibt auch eine Kehrseite. Breifrei bedeutet nämlich dass man nicht einfach ein Gläschen mitnimmt wenn man unterwegs ist und das Baby im Auto oder (wie wir heute) in der Bahn Hunger bekommt. Und so praktisch das Stillen sein mag, im Stehen, in einer vollen Bahn oder auf einem kalten Bahnhof kommt das für mich einfach nicht in Frage.

Wir waren heute unterwegs und ich hatte mich darauf vorbereitet, dass es irgendwann in einer unpassenden Situation ein hungerhoch beim Babymädchen gibt. Eine Banane und eine Mandarine hatte ich mitgenommen um den kleinen Hunger zu stillen. EINE BANANE – was für eine bescheuerte Idee. Denn anders als meine drei junge, lässt sie sich ja kein Krümeligen füttern. Sie isst die Banane nur alleine. Mit einer dicken Winterjacke in einer fahrenden S-Bahn passierte also was passieren musste. Die Banane landete überall. In der Jacke, auf der Jacke, Auf meiner Jacke, meiner Hose, auf dem Boden und zuletzt noch auf der Hose vom Babymädchenpapa. Das Babymädchen brüllte hungrig, und wir hatten regelrecht einen Ringkampf darum wer die Banane halten darf – zur grossen Belustigung aller Mitfahrer. Ein Glück bin ich bei Kind Nummer 4 entspannt genug um einfach nur noch mitzulachen (zumindest äusserlich)

Auch sonst ist breifrei nicht immer nur ein Spaß für die ganze Familie sondern eine grosse Herausforderung. Unser Babymädchen bekommt nunmal nicht immer zur gleichen Zeit Hunger, oder wir sind unterwegs und ich schaffe es vor dem losgehen nicht noch etwas zu kochen. Und nicht selten passiert es auch, dass ihr das essen gar nicht schmeckt. Rezepte die sich gut einfrieren lassen habe ich noch keine guten gefunden.  Wenn wir dann nach Hause kommen und Madame hungrig ist, dauert es meist mindesten 15-30 Minuten bis etwas essbares auf dem Tisch steht. Also bleibt nichts anderes übrig als zu stillen und das Essen ausfallen zu lassen. Und irgendwie kommt einfach kein Rhythmus rein und es gibt Tage da habe ich das Gefühl, dass ich nur koche, stille, aufräume, es gibt ja auch nicht nur das Mittagessen zu bewältigen – auch Frühstück, nachmittags und abends will gegessen werden.

Bei uns heisst breifrei leider nicht, dass unser Baby immer am Familientisch mitisst. Wir ess oft abends warm und dann auch gerne asiatisch, indisch und entsprechend auch scharf – das kann man nicht am Ende nachwürzen – also kocht man doch extra. Teilweise ist es inzwischen vor allem am Wochenende eher so, dass alle mitessen, was das Baby isst – nicht andersherum.

Aber ich bin mir sicher, „gut Ding will weile haben“ und wenn das Babymädchen ersteinmal damit fertig ist, sich im Turbotempo vom rollenden Baby zum treppenkletternden und zahnenden Baby zu wandeln, dann wird sie die Ruhe haben einen guten Essenrhythmus zu entwickeln und einfach und unkompliziert mitzuessen (und durchzuschlafen…

Habt ihr ein Geheimrezept für eine bessere Organisation des breifrei-Alltags? Kocht ihr vor, habt ihr Rezepte die sich gut einfrieren lassen und bei denen es eine „schmeckt-immer“ Garantie gibt?

8 Comments

  1. Katharina

    Hallo Stephani,

    Wie sieht es denn inzwischen bei Euch aus? Bin heute durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und der Artikel hier beschreibt genau unsere jetzige Situation. Ich bin etwas frustriert 🙁 was mal so gut klappte geht mittlerweile irgendwie gar nicht mehr…
    ich freue mich auf eine Rückmekdung.

    • Hallo Katharina,die Kleine ist gerade zwei geworden und ist ein absolut problemloser Esser. Was ist denn bei euch das Problem?

  2. Supersansa

    Ich breche hier gerade metaphorisch in Tränen der Erleichterung aus – mein Baby hat mit 9 Monaten beschlossen, Brei schlicht nicht mehr zu mögen. Sie isst ihn nicht. Sie isst keinen Grießbrei. Kein Gläschen. Keinen Gemüsebrei. Keinen Obst-Getreide-Brei oder wie sie alle heißen. Nichts. Es wird nur gegessen, was persönlich in den Mund geschoben werden kann. Ich sehe ja ein, dass das viel spannender ist, als irgendein Püree reingeschoben zu kriegen, aber organisatorisch ist das viel weniger easy als die klassische Methode! Schön, dass ich dieses Blog mit den vielen Ideen gefunden habe! Vielen Dank fürs Teilen!!!

  3. Pingback: Babysmoothie – Mein Mini-me

  4. Hi Stephani. Ein Patentrezept zum Thema breifrei habe ich leider auch nicht und ich bin mir ziemlich sicher sicher, dass fertig gekochtes Essen, dann eingefroren und wieder aufgetaut sehr an Geschmack verliert. Ich handhabe es so: Wir haben für den Notfall immer Gläschen zu Hause ( für den Fall, wenn wir außer Haus sind oder nichts vorbereitet haben ). Falls sie sehr Hungrig ist und ihr das Essen kochen zu lange dauert und quengelt. Stelle ich sie in die Küche mit ihrem Hochstuhl. Ich gebe ihr immer etwas Gurke, Paprika schonmal in Hand, damit sie beschäftigt ist. ( Dieses Gemüse sollte man dann grundsätzlich immer im Haus haben. ) Wenn es nicht vorhanden ist, sind auch Brotkanten super geeignet. Hauptsache sie ist beschäftigt, dann kann man sich selbst besser aufs Essen kochen konzentrieren und hat sie gleichzeitig im Blick. Anfang hab ich sogar noch Fleisch ( Rind / Geflügel )in Portionen vorgekocht und eingefroren. Ging am besten in so einem Eiswürfelbehälter. So konnte ich nach Bedarf immer was entnehmen. Gemüse hatte ich immer frisch gekocht. Kartoffelpü geht ja auch schnell. Mittlerweile isst sie die meiste Zeit aber mit uns mit. Nur abends bekommt sie einen Milchbrei ( Milch bekomme ich sonst nicht mehr in sie hinein. Sie will es einfach nicht mehr). Manchmal gebe ich geriebenen Apfel oder Birne dazu. Banane geht auch, habe ich aber seltener zuhause. Demnächst werde ich mal Blätterteigschnecken machen ( Fertigteig aus dem Kühlregal mit Kräuterfrischkäse bestreichen, mit klein geschnittenem Schinken und geriebenem Gouda bestreuen, ein wenig Paprikapulver drüber, einrollen, Rollen abschneiden, 15min bei 200 Grad Umluft backen: Fertig)

    • Mit Blätterteig habe ich auch schon geliebäugelt. Aber da ist soooooo viel Fett drin, da habe ich noch etwas Berührungsängste, zumindest bei unserer jüngsten.

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