Ein Naturspielplatz mitten im Garten

Wir haben das grosse Glück einen recht grossen Garten zu besitzen, der für uns aus vielerlei Hinsicht sehr besonders ist. Das Grundstück auf dem wir vor knapp vier Jahren unser Haus gebaut haben, gehört nämlich bereits seit 1890 unserer Familie und hat zu Kriegszeiten meiner Familie oft einen relativ sicheren Rückzugsort am Berliner Stadtrand geboten. Einige Fotos aus dieser Zeit haben wir noch und es ist ein grossartiges Gefühl zu sehen, dass das Grundstück so wunderbar eingewachsen ist und noch viele der Pflanzen der letzten 100 Jahre erhalten sind. So haben wir beispielsweise eine rund 40 Meter lange Fliederhecke, die auch schon auf alten Fotos erkennbar ist.

Nun haben wir in den letzten 4 Jahren viel Zeit investiert um den Garten bewohnbar zu machen. Ein rund 50qm grosser Gemüsegarten ist entstanden, eine Terrasse musste gebaut werden, der Vorgarten angelegt und ein Schuppen errichtet werden. Bei so vielen Projekten kamen die Kinder bisher immer zu kurz und trotz des vielen Platzes konnten sie sich nie so richtig beschäftigen. Also stand dieses Jahr das Projekt Kinderspielplatz ganz oben auf unserer Wunschliste. Da wir sehr naturnah wohnen, waren wir uns einig, dass die Standard Spielgeräte aus dem Baumarkt für uns nicht in Frage kommen. Die Phantasie kommt einfach zu kurz, wenn die Spielgeräte ihren Zweck schon vorgeben.

Wie es aussehen sollte wusste ich, als ich diesen Beitrag auf einem meiner Lieblingsblog „Ein Schweizer Garten“ las. Ein Naturspielplatz – das passt zu uns! Und so ging es los. Der richtige Platz war schnell gefunden. Eine rund 6×13 Meter grosse Ecke, die bisher unsere Kompostecke war. Diese war mir schon lange ein Dorn im Auge, denn sie war unordentlich und von überall einsehbar und entsprechend präsent. Meine Grossen Jungs packten ein ganzes Wochenende an und so wurde der komplette Kompost in eine andere Ecke transportiert und die Ecke vorbereitet.

So sah es vorher aus: Vorher

 

Eins war für uns klar – es wird nichts neu gekauft, sondern wir verwenden ausschliesslich Reste und Materialien, die wir sowieso im Garten liegen haben. Einzige Aussahme: Über eBay Kleinanzeigen habe ich mir für ein Appel und ein Ei einen alten Teich gekauft den wir für den Wasserspielplatz verwendet haben. Und eine Spüle, die mir mein Vater eigentlich gebraucht für unsere Marschküche überlassen wollte, aber dann als Überraschung doch neu gekauft. hat.

Dann ging es los. Aus Mutterboden, den wir noch vom Bau übrig hatten ist ein Spielberg entstanden, auf dem gematscht und gebuddelt werden kann. AUs alten Regenrinnen und Rohren ist ein Wasserspielplatz entstanden, der teilweise auf dem Berg, teilweise im Berg vergraben, das ungehinderte Spiel mit Wasser erlaubt.

Ein alter Holz-Komposter dessen Bein schon im unteren Teil morsch waren haben wir abgesägt, mit Leisten verstärkt und mit Brettern eine Arbeitsplatte raufgeschraubt und die Spüle befestigt. Ein Abfluss ist auch dran – diese geht direkt in den mit Kieselsteinen gefüllten Gartenteich. In diesen habe ich unten einige wenige kleine Löcher gebohrt, damit das Wasser abfliesst – aber nicht zu schnell.

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Kaum war die Küche fertig, ging das Spiel sofort los. Wir haben den Platz nun vor 10 Tagen eingeweiht und bisher verging kein Nachmittag an dem wir nicht dort gespielt haben.

mud-Kitchen

Baumstämme von Bäumen die wir gefällt haben, haben wir als Sitzplätze und zum balancieren aufgestellt und einige haben wir mit langen Brettern zum balancieren verbunden.

Wasser

Und wenn man vom vielen Spielen müde ist, legt man sich in die Hängematte, die wir zum Einzug samt Gestell geschenkt bekommen haben. Die Kinder lieben sie und wir verbringen viel Zeit mit schaukeln.

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Aktuell wird noch weitergebaut. Mein zweitältester baut an einer Spielhütte mit Theke. Er hatte freie Hand und hat die komplette Hütte auf zwei Paletten errichtet. Wir haben lediglich ab und zu mal eine Leiste gehalten oder bei komplexeren Planungsprozessen beim Lösung finden geholfen.
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So sieht unsere Spielecke aus. Es war das billigste Projekt bei uns zu Hause, aber das mit dem größten Spassfaktor bisher. Die Kinder haben Platz und können mit Wasser, Sand und Holz spielen. Eine kleine Hecke grenzt den Bereich vom Rest des Gartens ab und drei grosse Bäume sorgen für Schatten. Sicherlich werden die Kinder noch weiter bauen und es wird nie ganz fertig sein, aber gerade das finde ich ganz grossartig.

Und wer auch mal in unser Haus schauen möchte, der kann gerne hier eintreten.

5 Comments

  1. Pingback: Wochenende in Bildern 16./17.07.2016 – Mein Mini-me

  2. Total klasse.. Da schlagen Kinderherzen höher.
    Lg sylvia

  3. Pingback: Biovegan gärtnern mit Kindern – ein nachhaltiger, ökologischer Spielplatz | ÖkoHippieRabenmütter

  4. Ist das geil!!! Ich möchte auch spielen kommen 🙂

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